Goethe für Einsteiger - Goethe entdecken!

Zunächst führen wir uns folgende Äußerung von Terence James Reed (britischer Germanist) vor Augen:

 

"Mit keinem anderen Nationaldichter wurde, soweit ich sehe, auch nur entfernt in solchem Ausmaß Unfug getrieben."

 

(aus: Terence James Reed: Humanpraxis Literatur. Essays um Goethe. Jena, Weimar 2001, S. 13)

Warum Goethe lesen?

 

Seine Werke, manche Briefe und seine Biografie kennenlernen?

 

 

Lesen wir seine Antwort selbst, die sich aus einem Brief an seinen Freund Friedrich von Müller ergibt:

 

"Ja, ja, es leben doch hier und da gute Menschen,

 

                    die durch meine Schriften erbaut worden.

 

Wer sie,  und mein Wesen überhaupt,   verstehen gelernt,

     

                   wird doch bekennen müssen,

 

                              dass er eine gewisse innere Freiheit gewonnen."

 

 

(Aus Biedermann, Goethes Gespräche, Kanzler Friedrich von Müller, 5. Januar 1831)

 

 

Goethe und Künstliche Intelligenz (KI)

 

Interview mit Prof. Dr. Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Ethikrats.

 

Frage:

Was kann denn jeder Einzelne von uns tun, um sich auf einen von KI beeinflussten Alltag vorzubereiten?

 

Prof. Dabrock:

Oft wird gesagt: Lernt programmieren! Allerdings muss natürlich auch nicht jeder wissen, wie ein Auto zu reparieren ist, wenn er gut Auto fahren will. Ich schlage eine Doppelstrategie vor: Einerseits brauchen wir - wie der Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen fordert - ein kombiniertes Unterrichtsfach aus Medientheorie, Ethik, Psychologie und Grundkenntnissen der Programmierung. das gewährleistet erste Orientierungsfähigkeit in der medialen Welt, insbesondere bei der Social-Media-Nutzung. Andererseits sollten wir auf klassische Bildungselemente setzen.

 

Warum?

 

Sie vermitteln, was ich Differenzkompetenz und Ambiguitätssensibilität nenne - dass man achtsam wird oder bleibt für die feinen Unterschiede, für nicht eindeutige Sachverhalte und individuelle Besonderheiten.

Die Bibel, Goethes Faust, Mathematik, zwei Fremdsprachen, Musik und Sport - das scheint mir ein gutes Paket zu sein, um mit den Herausforderungen zurechtzukommen, die durch künstliche Intelligenz entstehen.

 

(Aus: "Aufbruch Künstliche Intelligenz", Anzeigensonderveröffentlichung von Google LLC, USA, in DIE ZEIT vom 25.10.2018)

Über Goethe ist unendlich viel geschrieben worden. 

Man spricht von Goethes "Lebenskunst". Dies ist der Titel eines in der Vergangenheit oft gelesenen Buches von Wilhelm Bode, auch heute noch sehr empfehlenswert.

 

Die jüngste Biografie von Rüdiger Safranski heißt sogar "Kunstwerk des Lebens".

 

Stefan Bollmann schrieb 2016 einen SPIEGEL-Bestseller mit dem Titel: "Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist."

 

Aber was ist das Wesentliche, was jede und jeder heute für sein eigenes Leben nutzen kann?

 

Finden Sie es heraus. In Gesellschaft. In der Goethe-Gesellschaft.

 

Frage

 

Was hat uns Goethes "Faust" heute noch zu sagen?

 

Marcel Reich-Ranicki: "Meine Antwort: alles."

 

 

(FAS 31.10.2010)

 

 

Frage 

 

Welches Buch nehmen Sie in die Hand, wenn Sie nicht weiterwissen?

 

Gregor Gysi: Den "Faust" von Goethe.

 

 

Und weiter:

 

Haben Sie ein Lieblingsgedicht? - Wenn ja, welches?

 

Gregor Gysi: Der "Erlkönig".

 

 Goethes Ballade "Der Erlkönig" kennen Sie nicht oder nicht mehr so gut? Schauen Sie sich diese besonders eindrückliche Rezitation an oder - einmal anders diesen Kurzfilm . (Angebote Dritter in youtube).

 

 

 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 10.6.2013, Dreißig Fragen zur kulturellen Praxis - an die Frauen und Männer, die von uns gewählt werden wollen.

 

Auswahl erfolgte unter dem Bezug zu Goethe.

Warum Prof. Harald Lesch (bekannt aus der TV-Sendung "abenteuer forschung" im ZDF) Goethe-Fan ist

 

 

Prof. Harald Lesch (Universität München)

in der Einleitung der DVD „ Die Ganze Natur – Goethes Naturphilosophie“

im Garten von Goethes Wohnhaus in Weimar:

 


Sehen Sie diese Einleitung in youtube hier oder lesen sie diese im Folgenden:


"Was interessiert einen Physiker, einen Astrophysiker, im 21. Jahrhundert an einem Herrn, der im ausgehenden 18. Jahrhundert, hier in Weimar lebte, und vor allem ja als Dichter bekannt geworden ist? Was soll mich an Goethe interessieren?

 

Ich kann es Ihnen gleich sagen, ich bin Fan!

 

Fast hätte ich gesagt, ich bin verknallt in diesen Menschen, weil er sich in einer Zeit, in der die Naturwissenschaften noch zusammen waren, es sich leisten konnte, als Nichtgelehrter sich überall in den Wissenschaften herzumzutreiben. Er hat nämlich etwas getan, was - meiner Kenntnis nach - von niemandem mehr versucht wird, zwei ganz unterschiedliche Bereiche der Weltauseinandersetzung in sich zu vereinigen: Auf der einen Seite die Kunst, bei ihm die Literatur, die Malerei, und auf der anderen Seite die Wissenschaft. Heute liegen diese Bereiche elend weit auseinander. Und es kaum eine Brücke dazwischen. Bei Geethe war es so, dass er beide Bereiche in sich vereinigt hat. Er war nicht nur ein grandioser Dichter, sondern darüber hinaus auch ein ganz herausragender Naturforscher. Der Mann hat Dinge entdeckt, wo man einfach sagen muss: Wie konnte der das? Und wie er das gemacht hat, warum er das gemacht hat und was er dabei herausgefunden hat, in einer Zeit in der Naturwissenschaft zusammen zu denken war mit Philosophie, das ist das, was mich an diesem Mann interessiert, also nicht nur sein "Habe nun, ach" oder "Bin ich ein Gott, mir wird so licht", sondern auch der Zwischenkieferknochen, die Farbentheorie, die zugegebenerweise ein bisschen merkwürdig ist, aber grandios subjektiv, seine Überlegungen zur Botanik und seine Überlegungen zu den Ursprüngen der Dinge. Das ist es, was mich umtreibt, was mich heute noch umtreibt und ihn damals umgetrieben hat. Und so ein kleines bisschen fühl' ich mich auch als Hesse mit dem Hessen Goethe verwandt... ."

 

Diese sehr empfehlenswerte DVD können Sie unter www.filmsortiment.de bestellen.

 

 

85% für Goethe -  83% für Schiller!

Goethe und Schiller - das sind die Favoriten der Deutschen, wenn sie bestimmen könnten, welche Persönlichkeit auf den Geldscheinen abgebildet werden sollte.

 

Das ist das Ergebnis einer Umfrage von promio.research im Auftrag des Cashback-Portals Qipu im Februar 2016 unter 1015 deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Mehr dazu im Bericht der nzz zum Download:

Lieber Goethe als Helene Fischer
Nachricht der nnz-online vom 5.3.2016
scan.pdf
PDF-Dokument [359.7 KB]

Nach dem 2. Weltkrieg gab es nur in DDR gab es Goethe auf deutschen Geldscheinen. Und nur er "überlebte" dies bis zum Ende des Staates 1990. Mehr dazu im Beitrag der Zeitung "DIE WELT".

Chance für Neugierige

Wer mehr von Goethe wissen will oder wer sich über Goethe austauschen will ...

... hat dazu als Mitglied der Goethe-Gesellschaft Mannheim Rhein-Neckar gute Gelegenheiten, insbesondere beim MITGLIEDERGESPRÄCH, welches mindestens zwei mal im Jahr stattfindet.

 

Beim MITGLIEDERGESPRÄCH kommen die Mitglieder und an der Mitgliedschaft Interessierte im Mannheimer Museum Schillerhaus zusammen (im Sommer dort im stimmungsvollen Innenhof), um - ohne vorgefertigtes Programm - miteinander und mit dem Vorstand ins Gespräch zu kommen.

 

Mitglieder tauschen sich über Gelesenes aus, stellen Fragen, machen Vorschläge, können konkrete Aufgaben zur Programmgestaltung übernehmen etc.

 

Wir sprechen über Goethe, Fragen zu seinem Werk oder über andere Autoren oder geschichtliche und aktuelle Ereignisse, die uns interesssieren und die im geistesgeschichtlichem Zusammenhang zur Goethezeit stehen.

 

Wann das nächste Mitgliedergespräch stattfindet, erfahren Sie unter Veranstaltungsprogramm.