Stimmen über Goethe
Albert Einstein
März 1933
"Solange mir eine Möglichkeit offensteht, werde ich mich nur in einem Land aufhalten, in dem politische Freiheit, Toleranz und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen. Zur politischen Freiheit gehören die Freiheit der mündlichen und schriftlichen Äußerung politischer Überzeugung, zur Toleranz die Achtung vor jeglicher Überzeugung eines Individuums.
Diese Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht erfüllt. Es werden dort diejenigen verfolgt, die sich um die Pflege internationaler Verständigung besonders verdilent gemacht haben. ... Ich hoffe, daß in Deutschland bald gesunde Verhältnisse eintreten werden und daß dort in zukunft die großen Männer wie Kant und Goethe nicht nur von Zeit zu Zeit gefeiert werden, sondern daß sich auch die von ihnen gelehrten Grundsätze im öffentlichen Leben und im allgemeinen Bewußtsein durchsetzen."
Aus Carl Seelig (Hrsg.): Albert Einstein. Mein Weltbild, Ullstein-Bücher Nr. 65, Frankfurt/M 1960, S. 81.
Foto: Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Einstein_1921_portrait2.jpg
Hannah Arendt
Goethe begleitete Hannah Arendt von Jugend an bis zum letzen Tag. So die Feststellung in der Arendt-Literatur 2016. (1)
Nach Arendts Tod fand man auf einem Blatt in der Schreibmaschine Hannah Arendts dieses Zitat aus Goethes "Faust", 2. Teil:
"Könnte ich Magie von meinem Pfad entfernen,
Die Zaubersprüche ganz und gar verlernen,
Stünd ich Natur vor dir, ein Mann allein,
Da wär*s der Mühe wert ein Mensch zu sein."
Dieses Zitat wollte sie als Eingangsmotto für ihr letztes Werk, den dritten Tiel von Das Leben des Geistes, dem Urteilen, verwenden. (2)
Bereits in ihrer Habilitationsschrift zu Rahel Varnhagen befasste sie sich mit Goethe. In vielen ihrer Werke, aber auch Briefe, floss Goethe ein, gedanklich und mit Zitaten. So faszinierte sie u. a. der Goethe'sche Gedanke des Urphänomens und sein Farbenlehre, zu der sie sogar 1954 selbst ein Gedicht verfasste.
(1) Anne Bertheau, "Das Mädchen aus der Fremde": Hannah Arendt und die Dichtung, Bielefeld 2016, S. 48.
(2) a. a. O., S. 47.
Thornton Wilder
"Germany is a great and "rührend" problem. Goethe the wonderful, all-seeing, international genius is one of the most valuable contributors to the resolution of that problem at deep-clarifying, deep-conciliatory leves. Let me thank for the magnificent work you are doing.
Goethe commands us: courage, hope and productivity."
(Übersetzung: Deutschland ist ein großes und "rührendes" Problem. Goethe, das wunderbare, allsehende, internationale Genie, ist einer der wertvollsten Mitwirkenden bei der Lösung dieses Problems in tief klärenden, tief versöhnlichen Ebenen. Ich danke Ihnen für die großartige Arbeit, die Sie leisten.
Goethe befiehlt uns: Mut, Hoffnung und Produktivität)
Aus dem Brief an das Freie Deutsche Hochstift aus Anlass der Wiedereröffnung des Goethe-Hauses in Frankfurt am Main am 10. Mai 1951 verbunden mit einer Geldspende. Quelle: Einweihung des Goethe-Hauses, Ansprachen. Broschüre des Freien Deutschen Hochstifts, 1951

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